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„Ich wollte gemeinsam Stricken lernen – und plötzlich waren 200 Leute dabei!“

Was vor einem Jahr mit einem spontanen Instagram-Aufruf begann, vereint inzwischen eine gesamte Community. Mit ihrem Knittingclub bringt Erika Roth Menschen zusammen, die Kreativität, Austausch und Gemeinschaft suchen. „Hi, ich bin Erika, ich bin 28 Jahre alt, wohne in Hamburg und ich möchte dieses Jahr Stricken lernen!“ – so beginnt Erika an einem Sonntagmorgen im Januar 2025 ein Instagram-Reel. Darin erzählt sie von ihrer Lust auf kreative Hobbys – Marmeladekochen, Kerzenziehen, Häkeln, Stricken – und davon, dass sie all das nicht allein tun wolle. Der Aufruf geht viral und erreicht innerhalb weniger Stunden tausende Menschen in ganz Hamburg. Hinter dem Video …

„Wir wollen ein Ort sein, wo Literatur nicht elitär ist“

Mit ihrem Büchercafé Kapitel Drei in Altona vereinen die beiden besten Freundinnen Helena und Nora ihre zwei größten Leidenschaften: Bücher und Kaffee. Kapitel eins: Schule. Kapitel zwei: Uni. Kapitel drei: gemeinsames Business – ein Büchercafé mitten in Altona. „Genau so ein Ort fehlte uns in Hamburg noch“, sagt Helena. Nun gibt es ihn bereits seit zweieinhalb Jahren, und zwar in der Hospitalstraße 69. Zwischen hohen Bücherregalen, gemütlichen Vintage-Sofas, Lampen mit sanft gedimmtem Licht und dem Duft von frisch gebrühtem Kaffee fühlt man sich im Büchercafé Kapitel Drei sofort wie zuhause. Helena und Nora kennen sich schon seit der 7. Klasse …

Kolumnistin Neele Suckert an der Außenalster

Pink Pilates Princess statt Disco Queen 

In der neuen Ausgabe von „Man wird ja wohl noch urteilen dürfen“ schreibt die „Women of Hamburg“-Kolumnistin Neele Suckert über Neujahrsvorsätze und warum Selbstoptimierung 2026 am besten zwischen Matcha Martini, Naturwein und Lymphdrainage funktioniert.  „Ich habe mir für nächstes Jahr einen Glow-up vorgenommen!“, sage ich nach dem zweiten Glas Crémant um 16 Uhr, meine Freunde verschlucken sich fast. Sie kennen mich Nachtschwärmerin zu gut, außerdem sind sie selbst auch beim zweiten Glas angelangt. Silvester beginnt in Hamburg nie abends, es beginnt nachmittags im Klinker, mit Daydrinking, weil man ja noch einen langen Abend vor sich hat und sich dementsprechend mit genug Austern darauf vorbereiten muss. Danach macht man sich kurz frisch, zieht direkt weiter ins Pesca im neuen Westfield Center. Open Bar, noch mehr …

„Beim Tanzen bin ich die ehrlichste Version von mir selbst“

Tanzen ist für Chiara Damare (23) mehr als Bewegung – es ist ein Ort, an dem sie ganz sie selbst sein kann. Im Alltag mit Diabetes Typ 1 findet sie dabei Freiheit, Ausdruck und einen Moment des völligen Loslassens. „Das hier ist mein liebster Ort in der Stadt“, sagt Chiara, als wir den Saal mit den deckenhohen Spiegelfronten betreten. Mitten im Gängeviertel versteckt, liegt die Fabrique, ein Kreativ-Space, der Raum für alle möglichen Kunstformen schafft. So auch für das Tanzen. „Das Studio versuche ich so häufig wie möglich zu buchen. Sonst tanze und unterrichte ich auch nebenberuflich an meiner Tanzschule …

„Für mich muss am Ende des Tages alles in Ordnung sein“

Wir kennen die Schauspielerin Rhea Harder-Vennewald als Polizistin aus Notruf Hafenkante und als Gaby von TKKG. Hier erzählt sie von ihrem Weg aus Ost-Berliner Industriehallen ins Rampenlicht und davon, wie sie als Heile-Welt-Tante zwischen Kiez-Traurigkeit und Eppendorfer Bullerbü ihren Platz gefunden hat. Ein bleischwerer Abend hängt über Ost-Berlin. In der Industrieanlage riecht es nach altem Putzwasser und feuchtem Zement. Nach der letzten Schulstunde putzt Rhea hier für ein paar Mark. „Ich weiß nicht, ob es das schmutzige Treppenhaus im Dezember war, wo mir die Finger erfroren, weil ich mit der Hand gewischt habe, oder die schmierige Männerdusche. Ich kann mich …

„Ich möchte nicht, dass meine Mode im Vordergrund steht, sondern die Person“ 

Alina Klemm, 31, ist Modedesignerin – ein wahr gewordener Kindheitstraum. Sie zeigt uns ihren Laden, ihre Designs und warum ihr die Ideen nie ausgehen. Es ist noch früh, die Geschäfte in der Innenstadt haben noch geschlossen. Auch die Läden in der Galleria-Passage bleiben noch vom vorweihnachtlichen Kaufrausch verschont. Dort treffe ich Alina Klemm in ihrem gleichnamigen Laden. „Es ist quasi wie mein zweites Zuhause, hier kennt man sich“, sagt sie. Und tatsächlich wirkt die Passage familiär. „Wenn ich eine ruhige Minute habe, lasse ich mir nebenan bei Adam&Eve die Nägel machen oder hole mir einen Tee im UZwei in der Kaisergalerie“. Der braune, fransige Pony fällt auf ihre Stirn, sie wirkt ruhig, gelassen, ihr Lächeln einladend. Wie eine Person, in deren kreativer Welt man nur zu gerne herumstöbern möchte.   Als Alina ihre gläsernen Türen in der …

Anna Laudere mit ihrem Studiohund Chaplin

„Im Ballett kann man niemals genug sein, Perfektion gibt es nicht“ 

Ein Hund döst auf der Decke, Licht fällt durch hohe Fenster, und irgendwo dazwischen tanzt Anna Laudere schon in Gedanken weiter. Zwischen Papier, Musik und Erinnerungen zeigt die Erste Solistin des Hamburg Ballett, wie man ein Leben führt, das ganz und gar Kunst ist.  Das Kostüm aus Die Kameliendame hängt noch unsichtbar in der Luft, strahlend und glitzernd, erst gestern Abend schwebte sie in den schönsten Kleidern als Marguerite Gautier über die Bühne der Hamburger Staatsoper. Jetzt sitzt Anna Laudere im Trainingsraum des Ballettzentrum Hamburg John Neumeier in Hamm, in lila Leggings, gestreiftem Shirt, zartrosa Aufwärmstiefeln, unaufgeregt und natürlich. Die eine Wand verspiegelt, das Licht breit und kühl, dahinter zeigt das Wandgemälde Orpheus mit den Tieren von Anita Rée …

 „Ich habe in Hamburg einen Ort geschaffen, an dem aus Fremden Freundinnen werden“

Mit ihrem eigenen Kreativstudio erfüllte Lisa sich im November diesen Jahres einen langersehnten Traum. Im Herzen der Sternschanze gibt sie nun Näh- und Strickworkshops und schafft einen gemütlichen Space zum Austauschen und Wohlfühlen. Wer Lisas Kreativstudio in der Amandastraße 50 betritt, merkt sofort: Hier steckt Liebe und Gemütlichkeit in jeder Ecke. In den skandinavischen Holzregalen stapeln sich Wollknäuel neben bunten Kerzen und Deko aus Keramik, an der Wand gegenüber hängt eine Pinnwand mit kleinen, viereckigen Strickproben und auf dem Tisch im vorderen Bereich des Raumes steht eine Kanne mit dampfendem Früchtetee. Im Hintergrund läuft leise ein Song von Taylor Swift …

Neele Suckert vor der Bar Bleu für ihre Kolumne man wird ja wohl noch urteilen dürfen

Ich mach jedes Weihnachten blau

Während andere auf dem Weihnachtsmarkt frieren, feiert unsere „Women of Hamburg“-Kolumnistin Neele Suckert im Zigarrenblau der Bar Bleu – zwischen Weißwein, Aschenbechern und Barkultur, die sie direkt in eine besinnliche Stimmung versetzt.  Es gibt Orte in Hamburg, die versprechen Weihnachtsstimmung, und solche, die sie tatsächlich liefern. Das Alsterhaus gehört eindeutig zur ersten Kategorie. Ich betrete es jedes Jahr in der Hoffnung, dass mich zwischen Champagnerkübel und Decken aus ägyptischer Baumwolle der Geist der Weihnacht küsst – aber sobald ich an der Parfümabteilung vorbeikomme, riecht alles nach gesprengten Kreditrahmen. Auf den Rolltreppen schiebt sich eine Mischung aus Modestudentinnen in Totême-Mänteln und Berufsehefrauen mit Anita Hass Moon Boots nach oben, während im Hintergrund „Last Christmas“ läuft, als …

„Hamburgerinnen riechen nach Pfingstrose, Ozean, Tabak und auch nach Gurke“  

Dr. Claire Guillemin hat ihre Kindheit zwischen Brasilien, Afrika und Duty-Free-Parfümerien verbracht. Heute lebt sie mit ihrem Mann und Kindern in Hamburg und lädt in ihrem „Parfum-Atelier“ in Eppendorf dazu ein, die Sinne neu zu entdecken. Unter ihrer Anleitung entstehen 30mlParfums, die beispielsweise nach Rosen, Veilchen, Sandelholz oder Ozean duften Es ist Vormittag in Eppendorf, das Licht fällt weich durch das große Schaufenster ihres Ateliers, streicht sanft über die jadegrünen Wände und die kleinen, sorgfältig arrangierten Duftorgeln, Messzylinder und Formbögen für die Parfums stehen auf dem Tisch, daneben Gläser mit Limonade die nach Rosen, Veilchen oder Lavendel duften. Dr. Claire Guillemin reicht eines davon rüber, lächelt, der französische Akzent schwingt sanft …