Neele Suckert

ALL POSTS BY: Neele Suckert

Neele lebt in Hamburg, schreibt über Frauen, die sie mit scharfem Blick beobachtet, und über die Stadt, die sie ganz besonders liebt. Ihre bevorzugte Schreibumgebung: irgendwo zwischen Alsterblick und Aperitif.

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„Hier finden ganz viele Leute ihren ersten Zugang zu Kunst.“ 

Künstlerin und Unternehmerin Bianca Daniel hat in der HafenCity einen Ort gegründet, der Galerie und Treffpunkt zugleich ist. Zwischen geritzten Frauenfiguren auf hölzernen Leinwänden, schlafenden Galeriehunden und ausgebreiteten Konzeptseiten entsteht hier kein White Cube mit Schwellenangst – sondern ein Raum, in dem Kunst nicht erklärt werden muss, sondern einfach da ist. Mit ihrem entstehenden Buch „ENOUGH – I am. You are. It is.“ verdichtet sie diese Haltung zu einem leisen Manifest über weibliche Selbstermächtigung, Präsenz und die Frage, wann etwas – und man selbst – genug ist.  Daniel und die Kunst Bianca Daniel Bianca Daniel vor ihrem eigenen Werk Die Hafencity wirkt an diesem Vormittag wie eine aufgeräumte Zukunftsvision aus Glas, Beton und Metall. Drinnen, zwischen einem braunen Chesterfield und einer …

Neele Suckert mit Herztasche und Weinglas

Rendezvous an jedem Tag

Ausgerechnet mir muss das passiernwir haben 2026 und ich altes Trottelgesicht hab mich verliebtich sitz hier vor deinem dummen Instagram-Feedund bemerk immer wieder wie hübsch du eigentlich bistund wenn ich mal hochguck dann seh ich aus dem Fensterund ich denk mir ich geh einfach mal raus und sag’s dir einfachist doch die einfachste und normalste Sache der Weltvorher vorher rauch ich noch ’ne Zigarettemeist rauch ich dann zwei oder drei Schachteln und halt meine Klappenein für mich bist du nicht nur hübsch du bist mehr für michich liebe dich „Und? Wie war das so unter all den Pärchen – Valentinstag …

Gründerin von Pyke Society Viviane Hecht steht am Tresen in ihrem Café

„Ich möchte das klassische ‚Kaffee und Kuchen‘ revolutionieren!“ 

Gründerin Viviane Hecht hat in Pöseldorf das ehemalige Atelier von Jil Sander übernommen und mit Pykē Society einen Ort geschaffen, der die klassische Kaffee-und-Kuchen-Kultur infrage stellt. Zwischen zeremoniellem Kakao, Matcha und funktionalen Snacks entsteht mitten in Hamburg ein Café, das eigentlich keines sein will – sondern ein Konzept für bewusste Performance.  Viviane Hecht – Gründerin von Pykē Society  Freitagnachmittag in der Milchstraße. Draußen liegt noch Schnee, doch die Sonne fällt hell durch die großen Fenster des ehemaligen Jil-Sander-Ateliers, in dem die ersten Frauen ihr Wochenende bei einem Smoothie einleiten, während andere noch konzentriert an ihren Laptops arbeiten. Der Klang von House-Musik summt leise im Society, es riecht nach Matcha. Zwischen Edelstahltresen, hell gestrichenen Wänden und weißen Rosen sitzt Viviane Hecht mit einem zeremoniellen Kakao, ein minimal verarbeiteter Rohkakao, in der Hand, Laptop zugeklappt, aber …

Kolumnistin Neele Suckert an der Außenalster

Pink Pilates Princess statt Disco Queen 

In der neuen Ausgabe von „Man wird ja wohl noch urteilen dürfen“ schreibt die „Women of Hamburg“-Kolumnistin Neele Suckert über Neujahrsvorsätze und warum Selbstoptimierung 2026 am besten zwischen Matcha Martini, Naturwein und Lymphdrainage funktioniert.  „Ich habe mir für nächstes Jahr einen Glow-up vorgenommen!“, sage ich nach dem zweiten Glas Crémant um 16 Uhr, meine Freunde verschlucken sich fast. Sie kennen mich Nachtschwärmerin zu gut, außerdem sind sie selbst auch beim zweiten Glas angelangt. Silvester beginnt in Hamburg nie abends, es beginnt nachmittags im Klinker, mit Daydrinking, weil man ja noch einen langen Abend vor sich hat und sich dementsprechend mit genug Austern darauf vorbereiten muss. Danach macht man sich kurz frisch, zieht direkt weiter ins Pesca im neuen Westfield Center. Open Bar, noch mehr …

Anna Laudere mit ihrem Studiohund Chaplin

„Im Ballett kann man niemals genug sein, Perfektion gibt es nicht“ 

Ein Hund döst auf der Decke, Licht fällt durch hohe Fenster, und irgendwo dazwischen tanzt Anna Laudere schon in Gedanken weiter. Zwischen Papier, Musik und Erinnerungen zeigt die Erste Solistin des Hamburg Ballett, wie man ein Leben führt, das ganz und gar Kunst ist.  Das Kostüm aus Die Kameliendame hängt noch unsichtbar in der Luft, strahlend und glitzernd, erst gestern Abend schwebte sie in den schönsten Kleidern als Marguerite Gautier über die Bühne der Hamburger Staatsoper. Jetzt sitzt Anna Laudere im Trainingsraum des Ballettzentrum Hamburg John Neumeier in Hamm, in lila Leggings, gestreiftem Shirt, zartrosa Aufwärmstiefeln, unaufgeregt und natürlich. Die eine Wand verspiegelt, das Licht breit und kühl, dahinter zeigt das Wandgemälde Orpheus mit den Tieren von Anita Rée …

Neele Suckert vor der Bar Bleu für ihre Kolumne man wird ja wohl noch urteilen dürfen

Ich mach jedes Weihnachten blau

Während andere auf dem Weihnachtsmarkt frieren, feiert unsere „Women of Hamburg“-Kolumnistin Neele Suckert im Zigarrenblau der Bar Bleu – zwischen Weißwein, Aschenbechern und Barkultur, die sie direkt in eine besinnliche Stimmung versetzt.  Es gibt Orte in Hamburg, die versprechen Weihnachtsstimmung, und solche, die sie tatsächlich liefern. Das Alsterhaus gehört eindeutig zur ersten Kategorie. Ich betrete es jedes Jahr in der Hoffnung, dass mich zwischen Champagnerkübel und Decken aus ägyptischer Baumwolle der Geist der Weihnacht küsst – aber sobald ich an der Parfümabteilung vorbeikomme, riecht alles nach gesprengten Kreditrahmen. Auf den Rolltreppen schiebt sich eine Mischung aus Modestudentinnen in Totême-Mänteln und Berufsehefrauen mit Anita Hass Moon Boots nach oben, während im Hintergrund „Last Christmas“ läuft, als …

„Hamburgerinnen riechen nach Pfingstrose, Ozean, Tabak und auch nach Gurke“  

Dr. Claire Guillemin hat ihre Kindheit zwischen Brasilien, Afrika und Duty-Free-Parfümerien verbracht. Heute lebt sie mit ihrem Mann und Kindern in Hamburg und lädt in ihrem „Parfum-Atelier“ in Eppendorf dazu ein, die Sinne neu zu entdecken. Unter ihrer Anleitung entstehen 30mlParfums, die beispielsweise nach Rosen, Veilchen, Sandelholz oder Ozean duften Es ist Vormittag in Eppendorf, das Licht fällt weich durch das große Schaufenster ihres Ateliers, streicht sanft über die jadegrünen Wände und die kleinen, sorgfältig arrangierten Duftorgeln, Messzylinder und Formbögen für die Parfums stehen auf dem Tisch, daneben Gläser mit Limonade die nach Rosen, Veilchen oder Lavendel duften. Dr. Claire Guillemin reicht eines davon rüber, lächelt, der französische Akzent schwingt sanft …

In Hamburg sind alle Mädchen Barbourgrün 

In der neuen Ausgabe von „Man wird ja wohl noch urteilen dürfen” erzählt die „Women of Hamburg“-Kolumnistin Neele Suckert, wie aus einer schlichten Wachsjacke ein unausgesprochener Gesellschaftsvertrag wird und warum in Hamburg nicht nur die Stadt, sondern auch die Garderobe zuverlässig Barbourgrün ist.  „Du siehst aus wie eine englische Prinzessin“, hat letztens ein Kollege gesagt, als ich im Verlag mit meiner schlecht nachgewachsten Barbourjacke auftauchte. Meine Nägel waren passend mit Essies Ballet Slippers lackiert – klar, die Lieblingsfarbe der verstorbenen Queen. Der Vergleich passte, und ich musste schmunzeln, weil ich sie eigentlich nur trage, wenn es regnet und in Hamburg regnet es bekanntlich ja fast immer. Die Jacke war nie ein Fashion-Statement, eher eine Notwendigkeit. Eine Regenversicherung mit …

Susanne Hasenjäger sitzt im Indra auf einer Bank für ihr Portrait bei Women of Hamburg

„Früher war die Stadt freier, wilder, vielleicht auch chaotischer”

Susanne Hasenjäger kennt Hamburg seit Mitte der 80er. Als Moderatorin beschäftigt sie sich beruflich mit Musik und weiß genau, wo dieser Zeitgeist noch spürbar ist. Von den Kultclubs der Großen Freiheit bis in die kleinen Clubs der Schanze – hier hat sie die Bands begleitet, die die Hamburger Schule prägten, und Kiez-Legenden getroffen. Über intelligente Mädchen und schöne Parties, von coolen Platten und handküssenden Greisen. Susanne Hasenjäger aus Langenhorn Es ist 13 Uhr auf der Großen Freiheit. Ungewöhnlich früh für diese Ecke Hamburgs, in der man meist nach Einbruch der Dunkelheit unterwegs ist. NDR-Moderatorin Susanne Hasenjäger wartet am Eingang des …

Women of Hamburg Kolumnistin Neele Suckert fragt sich, ob Hamburg seine eigene Version des New Yorker Happy Meals hat in der Lions Bar

Auf der Suche nach dem Hamburger Happy Meal

Diese Woche nimmt uns die „Women of Hamburg“-Kolumnistin Neele Suckert in der ersten Ausgabe von “Man wird ja wohl noch urteilen dürfen” mit zur Cocktailstunde ins Heritage – zu Pommes, Martini und der Frage, ob Hamburg überhaupt loslassen kann. Ein Abend zwischen Happy Meal und Happy Hour.  „This is the New York Happy Meal“, sagte ein guter Bekannter von mir und schob mir grinsend einen Teller Pommes rüber, während ich etwas abgehetzt meine Tasche unter dem Tisch der Cocktailbar im Heritage verstaute. Martini in der einen, Fritten in der anderen Hand – ein Konzept, das so amerikanisch ist, dass es fast schon wieder charmant wirkt. Fett, Kohlenhydrate, Alkohol: eine Dreifaltigkeit, die jede Deadline vergessen lässt …